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Der Musikgarten -eine Einführung von Jens Langer
Das
Musikgartenkonzept
wurde ursprünglich von der Firma Hohner in Zusammenarbeit mit der Montessoripädagogin Lorna Lutz-Heyge aus dem amerikanischen ins Deutsche übertragen und Mitte der Neunziger Jahre in Deutschland bekannt gemacht. Seit wenigen Jahren wird es vom Schottverlag Mainz betreut, findet immer mehr Verbreitung in Deutschland und erfreut sich großer Beliebtheit.
Der Musikgarten
ist gedacht für Eltern mit Kindern ab 18 Monaten bist 4 Jahre. Diese Zeit ist in zwei sog. Phasen unterteilt, die Kinder BIS 3 Jahre und die Kinder AB 3 Jahre; beide Phasen sind wiederum in Unterabschnitte gegliedert.
Während dieser beiden Phasen werden die "Familien" (Eltern und Kind) in 40-minütigen Kursen an die Musik herangeführt. Teilnehmerzahl: max. 10 "Familien" (Kind plus Erwachsener).
Was tun wir? Es gibt Kniereiterspiele, Fingerspiele, einfache Tänze (zur Musik vom Band oder zum eigenen Gesang), Lieder und Spiele mit und ohne "Instrumente" (Glöckchen, Klangbausteine,
Klanghölzer, Tambourin, Reifen, Tücher), Schmuselieder, Sprechverse und Echospiele. Etwa alle 2 bis 3 Minuten passiert eine neue Aktion, die im Sitzen oder Stehen durchgeführt wird. Pro
"Stunde" kommen nur etwa zwei neue Lieder hinzu, der Rest ist Wiederholung. Die Kurse bauen nicht aufeinander auf. Man kann jederzeit einsteigen.
Kinder von 18 Monaten BIS 3 Jahren
Diese Kurse finden vormittags statt. In dieser Altersgruppe nutzen wir die starke Bindung der Kinder an ihre Eltern aus und machen alles gemeinsam. Die Eltern machen unter meiner Anleitung vor, und
die Kinder machen nach, musizieren zusammen mit Ihren Eltern und lernen von ihnen die elementarsten musikalischen Fertigkeiten: Das Spielen der Instrumente. Allein mit den Klanghölzern können wir schon
vieles anstellen: trommeln, tippen, kratzen, rühren, rollen, sägen, hämmern und noch mehr, alles zum Puls der Musik, dem Metrum. Um diesen Grundschlag dreht sich praktisch alles, was wir im Musikgarten
tun. Aber wir lernen in Echospielen auch einfache Melodie- und Rhythmusbausteine zum Grundschlag zu singen bzw. zu sprechen. Bei den Tänzen wird zur Musik gegangen, gelaufen, gestampft,
geschlichen, gedreht, gehüpft usw. und wir lernen einfache Formen kennen: den Tanz allein, zu zweit, den Händekreis mit allen. In fast jeder Stunde hören die Kinder ein bestimmtes Geräusch mit mir
zusammen und erzählen dann den Eltern davon. Der einzige Moment, wo sie sich einmal allein zum Kursleiter trauen. Ganz nebenbei werden einige "Regeln" eingeführt. Die Instrumente werden
geholt und wieder weggebracht, die Tücher werden gefaltet.
Ich sage immer scherzhaft: "Die Eltern müssen mitmachen, die Kinder dürfen." Aber es trifft den Kern der Sache. Wenn Sie als
Eltern gut mitmachen, das Kind sieht, daß Sie mit Begeisterung bei der Sache sind, so ist es auch bereit, sich mit der Zeit für Musik begeistern zu lassen.
Diese Phase des Musikgartens ist in drei
Halbjahre unterteilt: "Zuhause", "Tierwelt" und "Beim Spiel". Dabei ändert sich nur der Schwerpunkt des Liedmaterials. In der Tierwelt kommen dann z.B. viele Tierlieder vor.
Begleitend zum Kurs gibt es vom Verlag Liederbücher und CDs. Generell wird im Musikgarten das traditionelle Kinder- und Volkslied verwendet. Die Kulturpflege ist ein erklärtes Ziel des Konzeptes. Es
kommen aber auch Kinderlieder aus anderen Ländern vor. Eher nicht die "aktuellen" Kinderhits von Jöker, Zuckowski, Trio Kunterbunt & Co.
Kinder AB 3 Jahren Diese Kurse sind
nachmittags, da die Kinder vormittags zumeist im Kindergarten sind. Sie sind nun schon etwas selbständiger, neugieriger und eher bereit auch ohne Eltern zu agieren. Deshalb sind die Eltern nicht mehr die
ganze "Stunde" am Geschehen beteiligt und die Lehrkraft macht schon vieles alleine mit den Kindern. Als Rückhalt sind die Eltern aber immer noch mit dabei, anders als in der musikalischen
Früherziehung, die ganz ohne Anwesenheit der Eltern stattfindet. In dieser Phase weiche ich vom reinen Musikgarten-Konzept ab, das nun verstärkt mit Erzählgeschichten arbeitet und die Musik zu sehr
zurückstellt. Ich bleibe der Musik treu und bringe schon einige Inhalte aus der Musikalischen Früherziehung. Der wichtigste Unterschied zu den vorherigen Kursen (BIS 3): Die Tänze und Bewegungen
werden etwas komplizierter und von den Kindern schon alleine mit mir getanzt und auch mit den Instrumenten werden etwas schwierigere Sachen gespielt. Nicht mehr nur der Grundschlag, das Metrum, sondern
auch hervorgehobene Bausteine in Liedern (z.B. Das klippklapp in "Es klappert die Mühle"). Das Jahr ist unterteilt in Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Zu jedem Teil gibt es begleitend CD
und Liederbuch. Diese Materialien müssen Sie übrigens nicht anschaffen, aber es gibt sie und ich stelle sie auch vor.
Organisatorisches Sowohl die Kurse für die "Kleinen",
als auch "Großen" dauern 40 Minuten. Wird Ihr Kind 3 Jahre, kann es problemlos in den Nachmittagskurs wechseln, sobald ein Platz frei ist. Bis jetzt hat es immer ganz gut geklappt. Zu den
Stunden empfiehlt sich bequeme Kleidung und Stoppersocken oder Schläppchen für die Kinder.
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